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Zahnzusatzversicherung nach Alter und Zielgruppe Passender Schutz beginnt mit dem richtigen Timing

Kindertarife starten ab 1,10 Euro im Monat, KFO-Schutz spart Familien bis zu 957 Euro pro Zahnspange.

Das Wichtigste in Kürze

  • check Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder deckt Kieferorthopädie ab und kostet je nach Tarif zwischen 1,10 und 26,83 Euro im Monat.
  • check Bei leichten Zahnfehlstellungen zahlt die Kasse nichts, eine Zahnspange kann dann 1.500 bis 8.900 Euro kosten.
  • check Studenten unter 21 zahlen niedrigere Beiträge, der frühe Abschluss sichert den günstigen Tarif dauerhaft.
  • check Einen echten Familientarif gibt es nicht, jedes Mitglied braucht einen eigenen Vertrag mit Zahnersatz-Schutz.
  • check Senioren profitieren vom Abschluss vor dem 60. Geburtstag, dann ist die Leistungsstaffel rechtzeitig durchlaufen.
Zahnzusatzversicherung nach Alter und Zielgruppe
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Inhaltsverzeichnis

1. Wann lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung wirklich?

Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder schließen viele Eltern ab, bevor der Kieferorthopäde überhaupt ins Spiel kommt. Doch nicht nur für Kinder lohnt sich der Schutz. Je nach Lebensphase deckt die gesetzliche Krankenversicherung unterschiedlich große Lücken bei Zahnbehandlungen und Zahnersatz. Wer diese Lücken kennt, kann gezielt vorsorgen.

Bei Kindern liegt der größte Kostentreiber in der Kieferorthopädie. Die sogenannten KIG-Stufen (kieferorthopädische Indikationsgruppen) entscheiden, ob die Kasse zahlt oder nicht. Bei KIG 1 und 2 übernimmt die GKV nichts, die gesamten Kosten von 1.500 bis 8.900 Euro tragen die Eltern allein. Erst ab KIG 3 beteiligt sich die Kasse mit 80 Prozent der Regelversorgungskosten. Rund 30 bis 40 Prozent aller KFO-Fälle bei Kindern fallen in die Stufen 1 und 2.

Bei Erwachsenen und Senioren verschiebt sich der Schwerpunkt auf Zahnersatz. Die GKV zahlt hier einen Festzuschuss von 60 Prozent der Regelversorgungskosten (Befund 1.1), mit einem lückenlos geführten Bonusheft steigt der Anteil auf maximal 75 Prozent. Klingt nach viel, doch die Regelversorgung ist oft die günstigste Variante. Wer eine hochwertige Keramikkrone statt einer Metallkrone möchte, zahlt schnell 300 bis 1.600 Euro aus eigener Tasche. Bei einem Implantat liegen die Gesamtkosten zwischen 2.200 und 4.200 Euro.

Vier Zielgruppen profitieren besonders von einer Zahnzusatzversicherung: Kinder und Jugendliche mit KFO-Bedarf, Studenten und junge Erwachsene, Familien mit mehreren Versicherten und Senioren ab 50. Für jede dieser Gruppen gelten andere Prioritäten bei der Tarifwahl, andere Kostenstrukturen und andere Zeitfenster für den Abschluss. Die folgenden Abschnitte zeigen, worauf es jeweils ankommt.

Ob sich der Abschluss in Ihrer Situation wirklich rechnet, zeigt unser Ratgeber Ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll? mit konkreten Rechenbeispielen.

Quellen: AOK | Barmer | KZBV

2. Zahnzusatzversicherung für Kinder: KFO-Schutz ab Tag eins

Der ideale Zeitpunkt für eine Zahnzusatzversicherung für Kinder liegt ab dem dritten Lebensjahr, wenn das Milchgebiss vollständig ist. Der Grund: Viele Tarife schließen Leistungen für Kieferorthopädie aus, wenn bereits eine Diagnose oder ein Behandlungsplan vorliegt. Wer früh abschließt, sichert sich den vollen KFO-Schutz ohne Einschränkungen.

Alle Details zu KIG-Stufen, Tarif-Vergleich und Rechenbeispielen finden Sie im Ratgeber Zahnzusatzversicherung Kinder: KFO sinnvoll absichern .

Was die KIG-Stufen für Eltern bedeuten

Bei einer kieferorthopädischen Untersuchung stuft der Kieferorthopäde die Fehlstellung in eine von fünf KIG-Stufen ein. Bei KIG 1 und 2 zahlt die gesetzliche Kasse keinen Cent. Die gesamten Kosten, zwischen 1.500 und 8.900 Euro, tragen die Eltern. Erst ab KIG 3 übernimmt die GKV die Regelversorgung, wobei Eltern zunächst 20 Prozent vorstrecken und nach Abschluss der Behandlung zurückerhalten. Doch auch bei KIG 3 bis 5 bleiben Zusatzkosten: Keramikbrackets, Retainer oder hochwertige Bögen zahlt die Kasse nicht. Genau hier greift eine Zahnzusatzversicherung mit KFO-Erstattung.

Tarifspanne: von 1,10 bis 26,83 Euro im Monat

Die Beiträge für Kinder-Tarife unterscheiden sich stark, je nachdem ob KFO-Schutz enthalten ist. Der günstigste Tarif, Münchener Verein ZahnGesund 85+, kostet für Kinder bis 5 Jahre nur 1,10 Euro im Monat, enthält aber keine KFO-Erstattung. Wer Kieferorthopädie absichern möchte, zahlt mehr. Der DFV Zahnschutz Komfort 70 liegt bei 12,60 Euro monatlich und erstattet 70 Prozent der KFO-Kosten bis maximal 1.400 Euro. Die Württembergische ZahnSchutz Premium 100 bietet mit 26,83 Euro pro Monat die höchste Deckung: 100 Prozent bei KFO bis 3.000 Euro.

Rechenbeispiel: Zahnspange bei KIG 1

Ein Kind benötigt eine Zahnspange wegen einer leichten Fehlstellung (KIG 1). Die Behandlung kostet 1.800 Euro. Die GKV zahlt bei KIG 1 nichts. Mit dem DFV Komfort 70 erstattet die Versicherung 70 Prozent, also 1.260 Euro. Abzüglich der Beiträge für 24 Monate (302,40 Euro) bleibt eine Ersparnis von 957,60 Euro gegenüber der Situation ohne Versicherung.

Auch bei höheren KIG-Stufen lohnt sich der Schutz. Wünschen sich Eltern bei KIG 3 Keramikbrackets statt Metallbrackets, zahlen sie einen Aufpreis von 600 bis 1.200 Euro, den die GKV nicht übernimmt. Mit dem DFV Premium 90 (Erstattung 90 Prozent, max. 1.800 Euro) ergibt sich nach Abzug der Beiträge (386,40 Euro für 24 Monate) ein Nettovorteil von bis zu 693,60 Euro.

Tarife ohne Gesundheitsfragen

Manche Eltern fragen sich, ob ihr Kind überhaupt angenommen wird. Die gute Nachricht: Viele Kinder-Tarife verzichten auf umfangreiche Gesundheitsfragen. Der DFV Komfort 70 stellt zum Beispiel nur eine einzige Frage, nämlich ob eine herausnehmbare Voll- oder Teilprothese vorhanden ist. Für Kinder ist das in der Regel kein Hindernis. Auch die Kosten für Narkose bei Kinderzahnbehandlungen übernimmt die GKV häufig nicht. Ein Tarif mit Zahnbehandlungs-Erstattung kann hier helfen.

Quellen: AOK | Barmer | TK

3. Studenten und junge Erwachsene richtig absichern

Wer als Jugendlicher oder Student eine Zahnzusatzversicherung abschließt, zahlt dauerhaft weniger als jemand, der erst mit 30 oder 40 damit beginnt. Viele Tarife staffeln die Beiträge nach Eintrittsalter, und einmal festgelegt, bleibt die Altersgruppe bestehen. Das macht den frühen Abschluss zu einem der wirksamsten Spartipps bei der Zahnzusatzversicherung.

Was Studenten konkret sparen können und welche Tarife ab 5,50 Euro monatlich passen, zeigt der Ratgeber Zahnzusatzversicherung für Studenten .

Beiträge unter 21 vs. ab 21

Der Preisunterschied zwischen den Altersgruppen zeigt sich deutlich. Beim DFV Zahnschutz Komfort 70 zahlen Versicherte unter 21 Jahren 12,60 Euro im Monat. Ab 21 steigt der Beitrag auf 20,60 Euro, ein Plus von rund 64 Prozent. Beim DFV Zahnschutz Premium 90 liegt der Beitrag unter 21 bei 16,10 Euro, ab 21 bei 26,50 Euro. Die Württembergische ZahnSchutz Premium 100 kostet für 21- bis 30-Jährige 23,89 Euro monatlich.

Dieser Unterschied summiert sich über Jahre. Wer mit 18 statt mit 25 abschließt, kann in den ersten zehn Versicherungsjahren mehrere Hundert Euro sparen, bei gleichem Leistungsumfang.

Andere Prioritäten als bei Kindern

Kieferorthopädie ist bei Studenten und jungen Erwachsenen selten noch ein Thema. Die meisten KFO-Behandlungen enden vor dem 18. Lebensjahr. Stattdessen rücken Prophylaxe und Zahnerhalt in den Vordergrund. Professionelle Zahnreinigung, hochwertige Füllungen und Wurzelbehandlungen verursachen Kosten, die die Kasse nur teilweise oder gar nicht übernimmt. Ein Tarif mit starker Zahnbehandlungs-Erstattung passt in dieser Lebensphase oft besser als ein reiner KFO-Tarif.

Für Studenten mit knappem Budget ist der Einstieg über einen günstigeren Komfort-Tarif sinnvoll. Später lässt sich der Schutz erweitern, wenn das Einkommen steigt und der Bedarf an Zahnersatz wächst.

Quellen: Verbraucherzentrale | KZBV

4. Familien mit Kindern: Tarife clever kombinieren

Einen echten Familientarif für die Zahnzusatzversicherung gibt es auf dem deutschen Markt nicht. Jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag. Das klingt nach Aufwand, bietet aber einen Vorteil: Eltern können für jedes Mitglied den passenden Tarif wählen, statt alle in ein Pauschalpaket zu stecken.

Wie ein sinnvoller Tarif-Mix für die ganze Familie aussieht und was er kostet, zeigt der Ratgeber Zahnzusatzversicherung für Familien im Vergleich .

Rechenbeispiel: Vierköpfige Familie

Eine Familie mit zwei Kindern (5 und 8 Jahre) und zwei Elternteilen (33 und 35 Jahre) zeigt, wie sich Tarife kombinieren lassen. Beide Kinder erhalten den Münchener Verein ZahnGesund 85+: Das jüngere Kind kostet 1,10 Euro im Monat, das ältere 3,00 Euro. Beide Eltern wählen den DFV Premium 90 für je 34,00 Euro monatlich. Der Gesamtbeitrag für die Familie liegt bei 72,10 Euro pro Monat.

Die Strategie dahinter: Für die Kinder reicht in diesem Fall ein günstiger Grundtarif ohne KFO-Schutz. Die Eltern dagegen brauchen eine starke Zahnersatz-Erstattung, weil Kronen, Brücken oder Implantate mit steigendem Alter wahrscheinlicher werden. Sollte beim Kieferorthopäden eine Fehlstellung diagnostiziert werden, können die Eltern den Kindertarif gezielt auf einen KFO-fähigen Tarif umstellen, idealerweise vor der offiziellen Diagnose.

Eltern-Priorität vs. Kinder-Priorität

Bei knappem Budget stellt sich die Frage: Zuerst die Kinder oder die Eltern versichern? Die Antwort hängt vom Alter der Kinder ab. Steht eine KFO-Behandlung bevor (typisch zwischen 9 und 14 Jahren), hat der Kindertarif Vorrang, denn die Kosten können mehrere Tausend Euro betragen. Sind die Kinder noch klein und die Eltern über 40, lohnt sich der Elternschutz eher, weil Zahnersatz statistisch häufiger wird.

Steuerlicher Aspekt

Die Beiträge für eine Kinder-Zahnzusatzversicherung lassen sich als Sonderausgaben steuerlich absetzen. Das gilt, solange die Eltern das Kind mitversichern und Kindergeld beziehen. Der genaue Steuervorteil hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Angesichts der niedrigen Kinderbeiträge fällt die Ersparnis zwar überschaubar aus, doch bei mehreren Kindern oder höherwertigen Tarifen summiert sich der Betrag.

Quellen: Verbraucherzentrale | Stiftung Warentest

5. Senioren ab 50: Zahnersatz-Kosten gezielt senken

Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für Zahnersatz, und gleichzeitig steigen die Beiträge für eine Zahnzusatzversicherung für Senioren. Trotzdem lohnt sich der Abschluss in vielen Fällen, denn ein einzelner Zahnersatz kann den Jahresbeitrag um ein Vielfaches übersteigen.

Ob sich der Abschluss ab 50, 60 oder 70 noch lohnt und welche Tarife ohne Höchsteintrittsalter verfügbar sind, zeigt der Ratgeber Zahnzusatzversicherung ab 50, 60 oder 70: Lohnt sich das? .

Typische Behandlungskosten ab 50

Die häufigsten Zahnersatz-Maßnahmen bei Senioren treffen ins Budget. Eine einzelne Zahnkrone kostet zwischen 300 und 1.600 Euro, je nach Material und Position. Eine Vollprothese liegt bei 900 bis 1.600 Euro, ein Implantat inklusive Krone zwischen 2.200 und 4.200 Euro. Die GKV beteiligt sich mit einem Festzuschuss von 60 Prozent der Regelversorgungskosten. Wer zehn Jahre lang ein Bonusheft geführt hat, bekommt maximal 75 Prozent. Doch dieser Zuschuss bezieht sich nur auf die günstigste Variante, nicht auf die tatsächlichen Kosten der gewünschten Versorgung.

Was Tarife ab 55 kosten

Die Beiträge steigen ab Mitte 50 spürbar an. Der DFV Zahnschutz Komfort 70 kostet für 56- bis 60-Jährige 42,30 Euro im Monat, für 61- bis 70-Jährige 47,80 Euro. Der DFV Premium 90 liegt bei 54,00 Euro (56 bis 60 Jahre) bzw. 61,00 Euro (61 bis 70 Jahre). Die Württembergische ZahnSchutz Premium 100 berechnet für 51- bis 60-Jährige 56,47 Euro und ab 61 Jahren 65,91 Euro monatlich.

Rechenbeispiel: Keramikkrone mit 65 Jahren

Ein 65-jähriger Patient braucht eine Keramikkrone. Die Gesamtkosten betragen 1.200 Euro. Dank zehn Jahren Bonusheft zahlt die GKV einen Festzuschuss von 75 Prozent auf die Regelversorgung (Befund 1.1, 398,38 Euro), das sind 298,79 Euro. Der verbleibende Eigenanteil liegt bei 901,21 Euro. Mit dem DFV Premium 90 erstattet die Versicherung 90 Prozent des Eigenanteils: 811,09 Euro. Am Ende zahlt der Patient statt 901,21 Euro nur noch rund 90 Euro aus eigener Tasche.

Wer einen Abschluss plant, sollte das vor dem 60. Geburtstag tun. Dann sind die Beiträge noch moderater, und die Leistungsstaffel, die in den ersten Jahren die Erstattung begrenzt, ist bis zum typischen Zahnersatz-Alter durchlaufen. Ab dem fünften Versicherungsjahr entfällt die Erstattungsgrenze bei den meisten Tarifen vollständig.

Quellen: KZBV

6. Worauf beim Abschluss achten? Fünf Kriterien

Unabhängig von der Zielgruppe gibt es fünf Kriterien, die bei der Tarifwahl den Unterschied machen. Wer sie kennt, vermeidet Fehlentscheidungen und findet schneller den passenden Schutz.

KFO-Deckung und KIG-Stufen

Für Kinder und Jugendliche ist die KFO-Erstattung das wichtigste Kriterium. Prüfen Sie, welche KIG-Stufen der Tarif abdeckt. 25 von 38 analysierten Tarifen bieten KFO-Schutz. Achten Sie auf die Erstattungshöhe und das Erstattungslimit: Manche Tarife erstatten 70 Prozent bis 1.400 Euro, andere 100 Prozent bis 3.000 Euro.

Leistungsstaffel in den ersten Jahren

Fast alle Tarife begrenzen die Erstattung in den ersten vier Jahren. Im ersten Jahr liegt das Limit je nach Tarif zwischen 1.225 und 1.575 Euro. Ab dem fünften Jahr entfällt die Begrenzung bei den meisten Anbietern vollständig. Wer bereits einen konkreten Behandlungsbedarf hat, sollte die Staffelgrenzen genau prüfen, denn teure Behandlungen direkt nach Abschluss werden nicht in voller Höhe erstattet.

Wartezeiten

Die meisten aktuellen Tarife verzichten auf eine allgemeine Wartezeit. Eine Ausnahme bildet die HanseMerkur mit sechs Monaten Wartezeit, allerdings nur für Zahnbehandlung, nicht für Prophylaxe oder KFO. Wer schnell Leistungen braucht, sollte auf Tarife ohne Wartezeit achten.

Gesundheitsfragen

Einige Tarife stellen beim Antrag Gesundheitsfragen, andere verzichten darauf. Tarife ohne Gesundheitsfragen sind besonders für Versicherte mit Vorerkrankungen oder laufenden Behandlungen interessant. Tarife mit Gesundheitsfragen bieten dafür oft günstigere Beiträge oder bessere Konditionen. Für Kinder sind Gesundheitsfragen selten ein Problem, da typische Ausschlussgründe wie fehlende Zähne oder Prothesen kaum vorkommen.

Beitragsstabilität im Alter

Die Beiträge steigen bei fast allen Tarifen mit dem Alter. Wer mit 35 einen Vertrag abschließt, zahlt im Schnitt die Hälfte dessen, was ein 60-Jähriger zahlt. Entscheidend ist, ob der Tarif Altersrückstellungen bildet. Tarife mit Altersrückstellungen halten die Beiträge im Alter stabiler, kosten dafür in jüngeren Jahren etwas mehr. Gerade für Senioren ist das ein relevantes Kriterium.

Quellen: Stiftung Warentest | Verbraucherzentrale

7. Fazit: Der richtige Zeitpunkt ist jetzt

Wer eine Zahnzusatzversicherung für Kinder, Studenten, die Familie oder sich selbst als Senior sucht, steht vor derselben Grundregel: Je früher der Abschluss, desto günstiger der Beitrag und desto schneller ist die Leistungsstaffel durchlaufen. Für Kinder bedeutet das: am besten ab dem dritten Lebensjahr und vor jeder KFO-Diagnose. Studenten profitieren von Tarifen unter 21, die dauerhaft günstiger bleiben. Familien setzen auf günstige Kindertarife kombiniert mit starkem Zahnersatz-Schutz für die Eltern. Senioren sollten den Abschluss vor dem 60. Geburtstag anstreben, damit die Erstattungsgrenze bis zum typischen Zahnersatz-Alter entfällt.

Lassen Sie sich einen Heil- und Kostenplan erstellen, falls bereits eine Behandlung ansteht. Vergleichen Sie damit konkrete Tarife, denn die Beitragsspannen sind groß: von 1,10 Euro für einen Kindertarif ohne KFO bis über 65 Euro für umfassenden Seniorenschutz. Ein Tarifvergleich zeigt, welcher Schutz zu Ihrer Lebensphase passt.

8. Häufige Fragen

Idealerweise schließen Sie die Versicherung ab dem dritten Lebensjahr ab, wenn das Milchgebiss vollständig ist. So sichern Sie den vollen KFO-Schutz, bevor eine kieferorthopädische Diagnose gestellt wird.

Viele Tarife schließen Leistungen für laufende oder bereits geplante Behandlungen aus. Wer erst nach der KFO-Diagnose abschließt, erhält für genau diese Behandlung häufig keine Erstattung. Rund 30 bis 40 Prozent aller KFO-Fälle bei Kindern fallen in die KIG-Stufen 1 und 2, bei denen die GKV nichts übernimmt.

Prüfen Sie bei der Tarifwahl, ob KFO-Leistungen enthalten sind. Günstige Tarife ab 1,10 Euro im Monat bieten oft keinen KFO-Schutz. Tarife mit KFO-Erstattung starten bei rund 12,60 Euro monatlich.

Die Beiträge liegen zwischen 1,10 und 26,83 Euro im Monat, je nach Tarif und Leistungsumfang. Entscheidend ist, ob der Tarif Kieferorthopädie abdeckt oder nicht.

Ein Grundschutz ohne KFO kostet ab 1,10 Euro monatlich (Münchener Verein ZahnGesund 85+, Kinder bis 5 Jahre). Tarife mit KFO-Erstattung beginnen bei 12,60 Euro (DFV Komfort 70, bis 1.400 Euro KFO-Limit). Der umfangreichste Schutz mit 100 Prozent KFO-Erstattung bis 3.000 Euro liegt bei 26,83 Euro pro Monat.

Vergleichen Sie die Erstattungslimits genau. Eine Zahnspange bei KIG 1 kann 1.800 Euro kosten, ein Tarif mit 1.400 Euro Limit deckt dann nur einen Teil.

In der Regel nicht. Die meisten Tarife schließen Leistungen für Behandlungen aus, die bei Vertragsabschluss bereits begonnen oder ärztlich angeraten wurden.

Der Ausschluss gilt für Behandlungen, zu denen bereits ein Heil- und Kostenplan vorliegt oder eine konkrete Diagnose gestellt wurde. Deshalb ist der Abschlusszeitpunkt so entscheidend: Vor der ersten kieferorthopädischen Untersuchung ist der Schutz vollständig. Danach greifen Einschränkungen.

Fragen Sie beim Versicherer konkret nach, ob und unter welchen Bedingungen eine laufende Behandlung mitversichert werden kann. Einige wenige Tarife bieten eingeschränkten Schutz auch bei angeratener Behandlung.

Ja, die Beiträge für eine Kinder-Zahnzusatzversicherung können Sie als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Voraussetzung ist, dass Sie für das Kind Kindergeld beziehen.

Die steuerliche Ersparnis hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz ab. Bei günstigen Kindertarifen von 1,10 bis 12,60 Euro monatlich fällt die Ersparnis pro Kind überschaubar aus. Bei Familien mit mehreren Kindern oder höherwertigen Tarifen summiert sich der absetzbare Betrag allerdings.

Tragen Sie die Beiträge in der Anlage Vorsorgeaufwand ein. Ihr Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein kann prüfen, ob der Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen bereits ausgeschöpft ist.

Ja, in vielen Fällen lohnt sich der Abschluss auch über 60, weil einzelne Zahnersatz-Maßnahmen den Jahresbeitrag schnell übersteigen. Allerdings sind die Beiträge deutlich höher als bei jüngerem Eintrittsalter.

Senioren zwischen 61 und 70 Jahren zahlen je nach Tarif 47,80 bis 65,91 Euro im Monat. Eine einzelne Keramikkrone kostet jedoch 300 bis 1.600 Euro, ein Implantat 2.200 bis 4.200 Euro. Im Rechenbeispiel sinkt der Eigenanteil bei einer 1.200 Euro teuren Krone von rund 901 Euro auf nur etwa 90 Euro.

Schließen Sie möglichst vor dem 60. Geburtstag ab. Dann ist die Leistungsstaffel, die in den ersten vier Jahren die Erstattung begrenzt, bis zum häufigsten Zahnersatz-Alter durchlaufen.

Nein, einen echten Familientarif bietet kein Versicherer auf dem deutschen Markt an. Jedes Familienmitglied benötigt einen eigenen Vertrag mit individuellem Beitrag.

Das hat einen praktischen Vorteil: Sie können für jedes Mitglied den passenden Tarif wählen. Kinder brauchen häufig KFO-Schutz, Eltern eher Zahnersatz-Absicherung. Eine vierköpfige Familie (zwei Kinder mit Grundschutz, zwei Eltern mit Premium-Tarif) zahlt in der Beispielrechnung zusammen 72,10 Euro im Monat.

Vergleichen Sie die Tarife für jedes Familienmitglied einzeln. Achten Sie bei Kindern auf KFO-Erstattung und bei Eltern auf hohe Zahnersatz-Deckung.

Die wichtigste Leistung für Kinder ist die Erstattung von Kieferorthopädie, idealerweise für alle KIG-Stufen inklusive KIG 1 und 2. Zusätzlich sind Prophylaxe-Leistungen wie Fissurenversiegelung und professionelle Zahnreinigung sinnvoll.

Die GKV übernimmt die Fissurenversiegelung der großen Backenzähne (Zähne 6 und 7) bei Kindern zwischen 6 und 17 Jahren kostenlos. Für die kleinen Backenzähne und Milchzähne zahlt die Kasse jedoch nicht. Hier kostet die Versiegelung privat 15 bis 50 Euro pro Zahn. Auch Narkose bei Kinderzahnbehandlungen übernimmt die GKV häufig nicht.

Achten Sie auf das KFO-Erstattungslimit. Ein Limit von 1.400 Euro reicht für einfache Zahnspangen, bei aufwendigeren Behandlungen sollten es mindestens 1.800 bis 3.000 Euro sein.

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